Frage der Woche

Worüber wir im Gesundheitswesen reden müssen

Was tun bei dem Verdacht auf einen Behandlungsfehler? Zwar sichert das 2013 nach langen Diskussionen in Kraft getretene Patientenrechtegesetz den Versicherten Unterstützung zu, wenn es darum geht, Verdachtsfälle aufzuklären. Dennoch haben Patienten es schwer nachzuweisen, wenn dem Arzt ein Fehler unterlaufen ist. Brauchen Patienten also mehr Rechte?

Aktuelle Fragen und Antworten zur Gesundheitspolitik 

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Statistik

Behandlungsfehler

Logbuch Gesundheitswesen

Logbuch Gesundheitswesen: Von Zucker-, Sekt- und Tabaksteuersteuer

Mehrere Gesundheitsorganisationen, darunter die Deutsche Adipositas Gesellschaft und die Deutsche Diabetes Gesellschaft, haben am Montag (13. November) eine Studie zur Auswirkung der Besteuerung von Lebensmitteln auf Ernährungsverhalten, Körpergewicht und Gesundheitskosten in Deutschland vorgestellt. Darin steht garantiert nicht, dass Raucher und Trinker für Vater Staat viel interessanter sind als abstinente Bürger, die sich lediglich dick Schokocreme aufs Brötchen streichen. Doch leider reichen nicht einmal die 14 Milliarden Euros aus der Tabaksteuer, um wenigstens die Hälfte der Behandlungskosten für Diabetes-Patienten aufzubringen. Warum? "Weil in Deutschland die Kindergesundheit traditionell nicht den gleichen Stellenwert hat wie der Flottenbau", bedauert unser Allzweck-Experte Erwin D. Drüggelte.

Logbuch Gesundheitswesen

Mehr Gesundheit durch weniger Zucker

Mit ihrer Initiative #weniger zucker setzt sich die AOK dafür ein, dass die nächste Bundesregierung das Thema Kindergesundheit und die rasant wachsende Zahl von Diabeteserkrankungen und Adipositas endlich ganz oben auf die Tagesordnung setzt. Neben Kinderärzten unterstützt auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) die AOK-Initiative. Die DDG hat aktuell untersuchen lassen, wie sich die Besteuerung von Lebensmitteln auf Ernährungsverhalten, Körpergewicht und Gesundheitskosten in Deutschland auswirkt.

Mehr zum Thema

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Recherche

Schon
gewusst?

Wie viel Zucker pro Tag verbraucht ein Mensch in Deutschland?

22
Teelöffel

Quelle: Kinder- und Jugendärzte e.V.

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Video

"Einfach mal den Bürger fragen": Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich

Er zählt zu den komplexesten Mechanismen im deutschen Gesundheitswesen: der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich, kurz Morbi-RSA. Seine Funktionsfähigkeit und seine Ausgestaltung waren seit seiner Einführung 2009 immer wieder Ausgangspunkt für kontroverse Diskussionen und wissenschaftliche Gutachten. Auch Gerichte mussten sich mit dem Morbi-RSA befassen. Wozu braucht ein Gesundheitswesen überhaupt ein so komplexes Regelungswerk, und wie lässt es sich verbessern? "Einfach mal den Bürger fragen!"

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Statistik

So zielgenau ist der Morbi-RSA

100% Versicherten-
gruppen
Gesunde Multimorbide
(mehr als fünf
unterschiedliche
Krankheiten)
Mit Asthma
bronchiale
Mit psychischen
Erkrankungen
Mit einer der
zehn seltensten
Krankheiten
Quelle: AOK-Bundesverband
Ausgabendeckung auf Ebene von Versichertengruppen bei Morbi-RSA mit...

Krankheitsauswahl beeinflusst die Zielgenauigkeit des Morbi-RSA

Je näher die Ausgabendeckung an 100 Prozent liegt, desto zielgenauer ist der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) und desto geringer sind die Anreize zu Risikoselektion. Wenn der Morbi-RSA alle Krankheiten berücksichtigt, erfüllt er sein Ziel besser als das aktuelle Modell mit 80 Krankheiten oder das Modell mit 80 seltenen und teuren Krankheiten.

Video

Logbuch Gesundheitswesen: Gesetze auf großer Fahrt

Noch ist Hermann Gröhe Bundesgesundheitsminister. Selbst wenn er´s nicht bleiben sollte, wird er in die Geschichte als Minister mit den meisten Gesundheitsgesetzen in vier Jahren eingehen. Und da sind noch nicht die Regelungen eingerechnet, die es in der Kürze der Legislaturperiode zu keinem eigenen Namen gebracht haben. Viele haben die Endhaltestelle Bundesgesetzblatt nur auf der Rückbank eines Omnibusgesetzes erreicht. Darunter sind auch einige, die in den nächsten Jahren durchaus ein paar Milliönchen kosten. "Könnte das etwa Absicht gewesen sein?" fragt unser Experte Erwin Drüggelte.

Logbuch Gesundheitswesen

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Statistik

Knie Fahrwege alle Kliniken
Knie Fahrwege gute Kliniken

Zwei Minuten für bessere Qualität

Was würde hinsichtlich der Erreichbarkeit passieren, wenn 20 Prozent der Kliniken, die beim Einsatz von künstlichen Kniegelenken qualitativ schlechte Ergebnisse vorweisen, den Eingriff nicht mehr vornehmen dürften? Im Grunde genommen nichts, wie der Vorher-nachher-Vergleich zeigt (siehe Grafik). Fielen von 900 Kliniken, die künstliche Kniegelenke einsetzen, diejenigen weg, die im Verfahren Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR) vergleichsweise schlecht abschneiden, müssten Patienten im Durchschnitt nur zwei Kilometer weiter fahren. Die Fahrzeit zum nächsten Krankenhaus verlängerte sich damit bundesweit um durchschnittlich zwei Minuten.

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Versicherte befürworten digitale Gesundheitsakte

Die Idee einer digitalen Gesundheitsakte stößt bei den gesetzlich krankenversicherten Menschen auf große Akzeptanz. Das zeigt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes. Danach halten es 82 Prozent der Befragten für sinnvoll, dass medizinische Daten in einer digitalen Akte gespeichert werden, sodass Ärzte in der Praxis und im Krankenhaus diese abrufen und sich einen Überblick über den Gesundheitszustand des Patienten verschaffen können.78 Prozent der Befragten würden eine solche digitale Gesundheitsakte auch selbst nutzen.

Eine digitale Akte ist Kern eines Gesundheitsnetzwerks, das die AOK-Gemeinschaft in zwei Pilotregionen startet. Sie ermöglicht es, medizinische Informationen und Dokumente jederzeit bereitzustellen und abzurufen und fördert dadurch den Datenaustausch zwischen Patienten, niedergelassenen Ärzten und Kliniken. 

Statement

Martin Litsch
"Der digitale Informationsaustausch über die Sektorengrenzen hinweg unterstützt die optimale Behandlung des Patienten und verbessert durch mehr Transparenz auch die Patientensicherheit."

Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

Video

weiter.gehen - das Positionspapier der AOK-Gemeinschaft

Qualitätsbasiert, beitragsstabil und patientengerecht - so muss die gesetzliche Krankenversicherung in der nächsten Legislaturperiode nach Überzeugung der AOK weiterentwickelt werden. In ihrem Positionspapier zur Gesundheitspolitik nach der Bundestagswahl umreißen die elf AOKs und der AOK-Bundesverband die wichtigsten Herausforderungen und Aufgaben. Und sie bieten der Politik an, dass sie gemeinsam "weiter.gehen".

mehr zu den gesundheitspolitischen Reisezielen sowie

weitere Statements der AOK-Vorstände zu ausgewählten Themen

AOK befürwortet die Reform der Notfallversorgung

Das Notfallversorgungs-Konzept des Sachverständigenrats Gesundheit ist beim AOK-Bundesverband auf Zustimmung gestoßen. "Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Notfallversorgung neu aufgestellt werden muss“, sagt Verbandschef Martin Litsch. Ihn überzeugt vor allem der konsequente sektorübergreifende Ansatz. Es sei wichtig, dass die Ersteinschätzung der Krankheitsschwere und anschließende Wegweisung der Patienten in einer integrierten Anlaufstelle erfolge. „Solche zentralen Anlaufstellen könnten die heutige Trennung in ärztlichen Bereitschaftsdienst und Notfallambulanzen überwinden", so Litsch.

Mehr zur Reform der Notfallversorgung

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Interview

Raus aus den kollektiven Hängematten

Mehr Anreize für einen verstärkten Wettbewerb um die beste Versorgung hält Professor Klaus Jacobs für dringend erforderlich. Krankenkassen und Leistungserbringer hätten es sich "vielfach in den 'kollektiven Hängematten' der Versorgungssektoren bequem gemacht", so der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Es sei "mehr Mut in der Politik gefragt - so ähnlich wie vor 25 Jahren, als die freie Krankenkassenwahl eingeführt wurde".

Das Interview