Koalitionsvertrag setzt richtige Schwerpunkte

Martin Litsch sieht im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD richtige Ansätze für eine bessere Gesundheitsversorgung. Der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes betont, dass es endlich an der Zeit sei, bei der sektorübergreifenden Versorgung, der Digitalisierung, dem Pflegepersonalbedarf, der Qualitätsoffensive und der Beitragsgerechtigkeit voranzukommen. Gleichzeitig wünscht sich Litsch, dass der Koalitionsvertrag mehr Wettbewerbsinstrumente vorsieht und die Krankenkassen nicht nur als Zahler aufruft. "Wir werden auf jeden Fall unsere Gestaltungsspielräume nutzen und mit weiteren Initiativen die Qualitätsorientierung und Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben", so Litsch.

Mahr zum Thema Gesundheit im Koalitionsvertrag

Statement

Martin Litsch Zitat
"Die medizinische Versorgung in Deutschland verharre in starren Sektoren und produziere zu viele Qualitäts- und Effizienzverluste. Deshalb ist die geplante Initiative zur stärkeren Vernetzung und Zusammenarbeit überfällig."

Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

Logbuch Gesundheitswesen

Logbuch Gesundheitswesen: Wer hilft jetzt den Privatversicherten?

Noch laufen die GroKo-Gespräche. Doch die Bürgerversicherung scheint bereits vom Tisch. Eine wahrlich schlechte Nachricht für fast neun Millionen Menschen, die sich lediglich eine private Krankenversicherung leisten können. Sie müssen weiter mit hochriskanter Überversorgung leben. In einem der wohlhabendsten Länder der Erde haben Privatversicherte keine Lobby. "Ein Unding", meint unser PKV-Gleichstellungsbeauftragter Erwin D. Drüggelte.

 Logbuch Gesundheitswesen

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Recherche

DMP

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Frage der Woche

Warum Deutschland Reformen im Gesundheitswesen braucht

In den vergangenen vier Jahren hat die Bundesregierung mehr als 25 Gesetze über die Berliner Bühne gebracht, die Verbesserungen im Gesundheitssystem bringen sollen. Mit den Reformen werden viele Milliarden zusätzlich ins Gesundheitswesen investiert. Dafür bezahlen werden vor allem die gesetzlich Krankenversicherten. Spürbare Verbesserungen für die Patienten zum Beispiel bei der medizinischen Versorgung in Arztpraxen und Kliniken bringen die Reformen leider nicht, meint der AOK-Bundesverband und fordert von einer neuen Bundesregierung mehr Mut beim Umbau des Gesundheitswesens. Warum mehr Qualität und bedarfsgerechte Strukturen in der Gesundheitsversorgung wichtig sind, zeigt die Broschüre „Worüber wir im Gesundheitswesen reden müssen“.

Statement

Martin Litsch Zitat
"Die Gesundheitspolitik in Deutschland braucht mehr Mut zu echten Strukturreformen."

Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes

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Recherche

Schon
gewusst?

Arbeiten heute mehr Pflegekräfte in den Krankenhäusern als in den vergangenen Jahren?

Ja. Zwischen 2009 und 2016 stieg die Zahl der Vollkräfte im Pflegedienst der Krankenhäuser um knapp sieben Prozent: von 303.656 auf 325.119.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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Erfahrung verlängert Leben

Bei Krebspatienten, die in von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Krebszentren operiert werden, sind die Sterblichkeitsraten nach dem Eingriff niedriger als bei Patienten, die in Kliniken mit niedrigen OP-Zahlen behandelt werden. Das geht aus einer Analyse für den Qualitätsmonitor 2018 hervor. So lag bei Lungenkrebs-Patienten die Sterberate in Kliniken mit mehr als 75 OPs jährlich bei 2,5 Prozent. In Kliniken mit weniger Operationen war sie dagegen fast doppelt so hoch, 4,1 Prozent. Um von der Deutschen Krebsgesellschaft als Lungenkrebszentrum zertifiziert zu werden, müssen Kliniken mindestens 75 OPs im Jahr vornehmen. Diese Zahl erfüllen derzeit weniger als 20 Prozent der Krankenhäuser, die Lungenkrebs-Patienten operieren. 

Mehr zu den Ergebnissen des Qualitätsmonitors 2018

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Statistik

Deutsche pflegen ungesunden Lebensstil

Die Deutschen leben nach wie vor ungesünder als Menschen in anderen Ländern, wie die aktuelle OECD-Statistik "Health at a Glance" zeigt. So raucht jeder fünfte Bundesbürger über 15 Jahre täglich, OECD-weit ist das etwa jeder Siebte. Mit elf Litern Alkohol pro Jahr trinken die Deutschen zwei Liter mehr als im OECD-Durchschnitt. Und sie werden immer dicker: Der Anteil der übergewichtigen Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index über 30 liegt hierzulande bei 23,6 Prozent (OECD: 19,4 Prozent).  

Die Gesundheitsrisiken im Überblick

Mehr Gesundheit durch weniger Zucker

Mit ihrer Initiative #weniger zucker setzt sich die AOK dafür ein, dass die nächste Bundesregierung das Thema Kindergesundheit und die rasant wachsende Zahl von Diabeteserkrankungen und Adipositas endlich ganz oben auf die Tagesordnung setzt. Neben Kinderärzten unterstützt auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) die AOK-Initiative. Die DDG hat aktuell untersuchen lassen, wie sich die Besteuerung von Lebensmitteln auf Ernährungsverhalten, Körpergewicht und Gesundheitskosten in Deutschland auswirkt.

Mehr zum Thema

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Video

"Einfach mal den Bürger fragen": Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich

Er zählt zu den komplexesten Mechanismen im deutschen Gesundheitswesen: der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich, kurz Morbi-RSA. Seine Funktionsfähigkeit und seine Ausgestaltung waren seit seiner Einführung 2009 immer wieder Ausgangspunkt für kontroverse Diskussionen und wissenschaftliche Gutachten. Auch Gerichte mussten sich mit dem Morbi-RSA befassen. Wozu braucht ein Gesundheitswesen überhaupt ein so komplexes Regelungswerk, und wie lässt es sich verbessern? "Einfach mal den Bürger fragen!"

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weiter.gehen - das Positionspapier der AOK-Gemeinschaft

Qualitätsbasiert, beitragsstabil und patientengerecht - so muss die gesetzliche Krankenversicherung in der nächsten Legislaturperiode nach Überzeugung der AOK weiterentwickelt werden. In ihrem Positionspapier zur Gesundheitspolitik nach der Bundestagswahl umreißen die elf AOKs und der AOK-Bundesverband die wichtigsten Herausforderungen und Aufgaben. Und sie bieten der Politik an, dass sie gemeinsam "weiter.gehen".

mehr zu den gesundheitspolitischen Reisezielen sowie

weitere Statements der AOK-Vorstände zu ausgewählten Themen

AOK befürwortet die Reform der Notfallversorgung

Das Notfallversorgungs-Konzept des Sachverständigenrats Gesundheit ist beim AOK-Bundesverband auf Zustimmung gestoßen. "Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Notfallversorgung neu aufgestellt werden muss“, sagt Verbandschef Martin Litsch. Ihn überzeugt vor allem der konsequente sektorübergreifende Ansatz. Es sei wichtig, dass die Ersteinschätzung der Krankheitsschwere und anschließende Wegweisung der Patienten in einer integrierten Anlaufstelle erfolge. „Solche zentralen Anlaufstellen könnten die heutige Trennung in ärztlichen Bereitschaftsdienst und Notfallambulanzen überwinden", so Litsch.

Mehr zur Reform der Notfallversorgung

Interview

Raus aus den kollektiven Hängematten

Mehr Anreize für einen verstärkten Wettbewerb um die beste Versorgung hält Professor Klaus Jacobs für dringend erforderlich. Krankenkassen und Leistungserbringer hätten es sich "vielfach in den 'kollektiven Hängematten' der Versorgungssektoren bequem gemacht", so der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Es sei "mehr Mut in der Politik gefragt - so ähnlich wie vor 25 Jahren, als die freie Krankenkassenwahl eingeführt wurde".

Das Interview