Positionen Gesundheitspolitik 2017

Sind Maßnahmen gegen Mondpreise bei Arzneimitteln nötig?

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Maria Michalk
gesundheitspolitische Sprecherin
CDU/CSU-Fraktion

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"Gute Arzneimittelversorgung bei für die Solidargemeinschaft bezahlbaren Preisen ist eine Aufgabe der Daseinsfürsorge. Den Patienten rasch Innovationen mit einem höheren Nutzen zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig die mit der Forschung verbundenen Kosten in einen ausgewogenen Ausgleich zu bringen, das ist im Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz angelegt. Die Diskussion um eine mögliche Umsatzschwelle für Preise im ersten Nutzungsjahr hat gezeigt, dass wir keine weitere Regelung zur Abwehr von Mondpreisen brauchen."

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Hilde Mattheis
gesundheitspolitische Sprecherin
SPD-Fraktion

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"Ja, wir haben im Arzneimittelbereich zum Teil zu hohe Preise für Medikamente. Das können wir im Vergleich mit anderen Ländern immer wieder sehen. Die SPD-Fraktion fordert daher eine stärkere Regulierung der freien Preisbildung im ersten Jahr nach Marktzulassung, zum Beispiel über die Rückwirkung des Erstattungsbetrags. Die von Bundesminister Gröhe vorgeschlagene Umsatzschwelle war ein reines Placebo, das im Kampf gegen Mondpreise gar nichts gebracht hätte."

Foto: Maria Klein-Schmeinck

Maria Klein-Schmeinck
gesundheitspolitische Sprecherin
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

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"Ja, denn überhöhte Preise für Arzneimittel können langfristig die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung gefährden. Leider hat die Große Koalition sich hier auf nichts einigen können. Wir wollen, dass die zwischen Kassen und Pharmaunternehmen ausgehandelten Preise für neue Arzneimittel rückwirkend bereits ab dem Tag gelten, an dem das neue Medikament auf den Markt kommt. Das stärkt auch die Planungssicherheit für die pharmazeutischen Unternehmen. "

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Kathrin Vogler
gesundheitspolitische Sprecherin
Fraktion DIE LINKE

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"DIE LINKE fordert seit Langem eine wirksame Begrenzung der Arzneimittelpreise. Wir halten die Preisbildung anhand des Patientennutzens grundsätzlich für richtig, denn sie setzt Anreize für echte Innovationen. Aber auch die Kosten, die den Unternehmen bei der Entwicklung entstanden sind, müssen berücksichtigt werden. Mittelfristig brauchen wir ein grundsätzliches Umdenken hin zu Arzneimitteln und Pharmaforschung als öffentlichem Interesse und zu mehr öffentlicher Verantwortung."

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Martin Litsch
Vorstandsvorsitzender
AOK-Bundesverband

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"Die nach der Nutzenbewertung verhandelten Erstattungspreise müssen rückwirkend ab dem ersten Tag, an dem die Arzneimittel angeboten werden, gelten. Nur so kommen wir zu Preisen, die dem Nutzen entsprechend angemessen und fair sind. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Hersteller in Deutschland sogar für Arzneimittel ohne Zusatznutzen ein Jahr lang Mondpreise verlangen können."