Gröhe verteidigt Direktmandat

Der amtierende Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat seinen Wahlkreis im Rhein-Kreis Neuss (Nordrhein-Westfalen) erneut gewonnen. Gröhe holte bei der Bundestagswahl als CDU-Direktkandidat 44 Prozent der Erststimmen. 2013 hatte er den Wahlkreis mit 51,6 der Stimmen gewonnen. Der 56-Jährige ist seit 1994 Bundestagsabgeordneter. Auch über Gröhe hinaus werden dem neuen Deutschen Bundestag weiterhin die meisten der wieder angetretenen Gesundheitspolitikerinnen und Gesundheitspolitiker angehören.

Bei der CDU haben von den bisherigen Mitgliedern des Gesundheitsausschusses Hubertus Hüppe, Rainer Hajek und Thomas Stritzl den Wiedereinzug verpasst. Von den Ausschussmitgliedern der SPD haben es Marina Kermer und Mechthild Ravert nicht geschafft. Bei den Grünen sind sowohl Maria Klein-Schmeink als auch Kordula Schulz-Asche über die Landesliste ins Parlament eingezogen. Das gilt ebenso für die Gesundheitspolitiker der Linkspartei, Pia Zimmermann, Kathrin Vogler und Harald Weinberg,

Rudolf Henke knapp vor Ulla Schmidt

Lange zittern musste in der Wahlnacht vor allem Rudolf Henke (CDU). Der bisherige stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses lag bis 22.30 Uhr knapp hinter Konkurrentin Ulla Schmidt (SPD) zurück. Erst mit den zuletzt eintreffenden Ergebnissen der Briefwahlauszählung drehte sich das Blatt. Mit 1.703 Stimmen Vorsprung und 33,73 Prozent holte er zum dritten Mal den Wahlkreis Aachen I vor Ex-Gesundheitsministerin Schmidt (32,51 Prozent).

Souverän gewonnen haben die CDU-Gesundheitspolitikerinnen und -politiker Michael Hennrich, Dr. Georg Kippels, Dr. Roy Kühne, Dr. Katja Leikert, Karin Maag, Dietrich Monstadt, Lothar Riebsamen, Erwin Rüddel, Tino Sorge und Annette Widmann-Mauz.

Bei der CSU haben es Erich Irlstorfer und Emmi Zeulner wieder direkt in den Bundestag geschafft. Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat ihren Wahlkreis für die CSU gewonnen. Gesundheitsausschussmitglied Reiner Meier wurde dagegen wie CSU-Spitzenkandidat Joachim Hermann Opfer der Sitzverteilungsarithmetik, nach der die Christsozialen diesmal kein Mandat über die Landesliste erhalten haben.

Edgar Franke und Karl Lauterbach souverän wieder drin

SPD-Gesundheitsausschussvorsitzender Dr. Edgar Franke hat seinen Wahlkreis in Nordhessen souverän verteidigt. Auch der SPD-Gesundheitsexperte Prof. Karl Lauterbach hat sein Mandat in Leverkusen/Köln ein weiteres Mal direkt geholt. Mit Bärbel Bas und Dirk Heidenblut haben zwei weitere SPD-Mitglieder im Gesundheitsausschuss ihre Wahlkreise gewonnen. Mit Ausnahme von Marina Kermer und Mechthild Rawert haben es die anderen bisherigen SPD-Ausschussvertreter über die Landeslisten ins Parlament geschafft.

Und wer sind die Neuen?

Angesichts einer sich abzeichnenden Jamaika-Koalition schauen die politischen Beobachter natürlich mit Spannung, wer bei den wieder im Bundestag vertretenen Liberalen gesundheitspolitische Fachkompetenz wahrnehmen könnte.  Der Blick richtet sich hier vor allem auf die stellvertretende Bundesvorsitzende Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Sie ist im Parteipräsidium für Gesundheit und Soziales zuständig und wird die FDP aller Voraussicht nach bei möglichen Koalitionsverhandlungen gesundheitspolitisch vertreten. Zurück im Bundestag ist zudem Christine Ascheberg-Dugnus. Die stellvertretende Vorsitzende der FDP in Schleswig-Holstein hat von 2009 bis 2013 schon einmal das gesundheitspolitische Feld für die FDP-Fraktion beackert.

Bei der AfD ist  die neue Fraktion diesbezüglich zunächst einmal eine Blackbox.
 

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