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Handgepäck

Wie haben sich die Ausgaben für Medikamente entwickelt? Wie viel Geld stecken Bundesländer in ihre Krankenhäuser? Was sagt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zum Thema Personalmangel? Wenn es auf die Reise in die künftige Gesundheitspolitik geht, dann dürfen Zahlen, Fakten und Expertenmeinungen zu den wichtigsten Themen im Handgepäck nicht fehlen.

Zahl der Woche

Behandlungsfehler

Statistik

Knie Fahrwege alle Kliniken
Knie Fahrwege gute Kliniken

Zwei Minuten für bessere Qualität

Was würde hinsichtlich der Erreichbarkeit passieren, wenn 20 Prozent der Kliniken, die beim Einsatz von künstlichen Kniegelenken qualitativ schlechte Ergebnisse vorweisen, den Eingriff nicht mehr vornehmen dürften? Im Grunde genommen nichts, wie der Vorher-nachher-Vergleich zeigt (siehe Grafik). Fielen von 900 Kliniken, die künstliche Kniegelenke einsetzen, diejenigen weg, die im Verfahren Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR) vergleichsweise schlecht abschneiden, müssten Patienten im Durchschnitt nur zwei Kilometer weiter fahren. Die Fahrzeit zum nächsten Krankenhaus verlängerte sich damit bundesweit um durchschnittlich zwei Minuten.

Schon
gewusst?

Wie viel kostet ein neues Arzneimittel in Deutschland?

4.423 Euro je Packung – so viel kosten durchschnittlich patentgeschützte Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen, die 2016 in den Handel gekommen sind. 2006 lag der Durchschnittpreis noch bei 1.187 Euro.

Digitalisierung zahlt sich aus

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen könnte Branchenexperten zufolge ein Effizienzpotenzial in Höhe von rund 39 Milliarden Euro zu Tage fördern. Eine Studie des Bundesverbandes Gesundheits-IT und des Softwareherstellers CompuGroup Medical ist den Kosten-Nutzen-Relationen von E-Health-Investitionen nachgegangen. So zeigte eine detaillierte Betrachtung der Krankheiten Diabetes, Herzinsuffizienz, Rückenschmerzen und Schlaganfall dass E-Health beispielsweise Falsch-, Fehl- oder Doppelmedikation, aber auch Informationsverluste an Schnittstellen und Sektorengrenzen verhindern kann.

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Schon
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Wie viel macht ein Prozent Mehrausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung aus?

2,3
Milliarden Euro

(Quelle, BMG KF1, März 2017)

Zahl der Woche

Einsparung durch Rabattverträge

Mehr Ärzte – noch mehr Honorare

Zwischen 2006 und 2016 hat sich die Anzahl der Ärzten und Psychotherapeuten, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, um 15 Prozent von 148,3 Tausend auf 169,9 Tausend erhöht. Im gleichen Zeitraum sind die Honorare der ambulant tätigen Mediziner von 22,7 auf 36,5 Milliarden Euro gestiegen. Das ist ein Plus von 61 Prozent. 

Zahl der Woche

Krankenhaus-Erträge bundesweit

Nicht alles Neue ist neu

Das gilt auch für neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB), bei denen Medizinprodukte hoher Risikoklassen wie Herzkatheter, künstliche Gelenke, Brustimplantate oder Herzklappen zum Einsatz kommen. Von den acht im Jahr 2016 bewerteten Methoden hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) nur bei zwei NUB das Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative festgestellt. Bei den anderen sechs Methoden hat der GBA weder Hinweise für einen Nutzen noch für ein Potenzial gefunden. 

Schon
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Wie viel Geld floss 2015 hierzulande insgesamt in die Gesundheit*?

4.213
Euro je Einwohner

 (*GKV, PKV und private Haushalte, Quelle: destatis 2017) 

AOK-Versicherte

GKV - einzigartig unter den Versicherungen

Ob Hausrat, Rechtsschutz oder Unfall – will man etwas versichern, so gilt es, haargenau festzulegen, welche Risiken die Versicherung abdeckt und welche Leistungen sie im Schadensfall bietet. Danach richtet sich auch die Prämie, die man bezahlt.  

Eine Ausnahme ist die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Hier richten sich die Beiträge danach, wie hoch das Einkommen eines Menschen ist und nicht, welche Leistungen versichert sind. So kommt es, dass die Mitglieder der GKV allein nach ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit bezahlen, aber alle medizinisch notwendigen Leistungen bekommen. Gesundheitszustand oder gesundheitliche Risiken spielen für die Höhe der Beiträge also keine Rolle. Dieses Prinzip unterscheidet die GKV grundlegend von privatwirtschaftlichen Versicherungen.

Kleine Kliniken

Gesundheitsbranche wächst kräftig

Die Gesundheitswirtschaft in Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einem bedeutenden Wachstumsmarkt. Wie aus der aktuellen "Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung" des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht, waren in der Gesundheitsbranche zuletzt rund sieben Millionen Menschen beschäftigt. Das sind rund eine Million mehr als noch 2005. Mehr Stellen gab es vor allem in der Pflege und in Kliniken.

Im Durchschnitt stieg die Wertschöpfung der Gesundheitsbranche seit 2005 um 3,8 Prozent pro Jahr - deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft. Im Jahr 2016 erwirtschaftete die Branche eine Bruttowertschöpfung in Höhe von 336 Milliarden Euro. 

Mehr Infos zum Thema Gesundheitswirtschaft

AOK-Ausgaben für Versicherte

GKV mit deutlichem Mitgliederplus

Zwischen 2006 und 2016 nahm die Zahl der Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung von 50,5 Millionen auf 55,2 Millionen zu. Das ist ein Plus von 9,4 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Im selben Zeitraum legte die AOK bei Mitgliedern um 7,8 Prozent zu. Ihre Anzahl stieg von 18,2 Millionen auf 19,6 Millionen.