Kurioses

Sind IGeL niedlich? Gibt es für schlechte Kliniken künftig die rote Karte? Wo finde ich eine Selbsthilfegruppe für anonyme Gesundheitsdaten? Ist Morbi-RSA ein neuer resistenter Krankheitserreger? Ob als Text oder Bild – hier gibt es Kurioses aus dem Gesundheitswesen.

Schon
gewusst?

Wie viel Zucker pro Tag verbraucht ein Mensch in Deutschland?

22
Teelöffel

Quelle: Kinder- und Jugendärzte e.V.

Wo Handwerker den Kliniken voraus sind

Jeder Handwerker weiß das: Übung macht den Meister. Je häufiger man einen Handgriff, eine Tätigkeit macht, desto sicherer wird man darin. Das gilt in der Medizin genauso. Doch hat sich die Einsicht dort nicht überall durchgesetzt. So nahmen in Deutschland mehr als 200 Kliniken Hüftgelenk-OPs vor, obwohl sie keine Routine darin haben. Das hat auch Folgen für Patienten. Denn für sie ist das Risiko, binnen eines Jahres erneut auf dem OP-Tisch zu landen, in solchen Kliniken mehr als doppelt so hoch wie in Häusern, die den Eingriff besonders häufig vornehmen.

Schon
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Wie viel Geld stecken Bundesländer in ihre Krankenhäuser?

Zirka 2,79 Milliarden Euro gaben die Länder 2015 für die Investitionsförderung ihrer Häuser aus. Das war gerade einmal die Hälfte von dem, was die Kliniken in Deutschland pro Jahr benötigen. 

(Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft, 2017)

Wenn viel als wenig erscheint

Hat Deutschland zu wenige Ärzte? Die OECD sagt nein. Im internationalen Vergleich gibt es in Deutschland eher zu viele als zu wenige Ärzte. Laut der jüngsten OECD-Statistik vom November 2016 liegt Deutschland mit 4,1 Ärzten pro 1.000 Einwohner deutlich über dem EU-Durchschnitt von 3,5 Ärzten. Die meisten anderen Staaten kommen mit weniger Medizinern aus.

Laut OECD sind die Mediziner hierzulande falsch verteilt. Während sie sich in Städten ballen, fehlen vielerorts Landärzte. Der Hauptgrund für diese Fehlentwicklung sei jedoch nicht etwa ein genereller Mangel an Ärzten, sondern ein Mangel an guten Arbeitsbedingungen und einer attraktiven Infrastruktur. Viele Ärzte gehen eben dorthin, wo am einfachsten das meiste Geld zu verdienen ist: in die Facharztpraxen der Großstädte.

Schon
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Wie digital ist das deutsche Gesundheitswesen?

Bei Digitalisierung belegt das deutsche Gesundheitswesen unter elf Kernbranchen der Wirtschaft den letzten Platz. Das zeigt der „Monitoring Report Wirtschaft Digital 2017“. Hoch digitalisiert sind dagegen Informations- und Kommunikationstechnik sowie Finanz- und Versicherungsdienstleister.

Zahl der Woche

Nutzen von Arzneimittel

IGeL bringen oft mehr Schaden als Nutzen

Igel sind niedlich, aber nur, wenn sie auf vier Beinen stehen. IGeL (individuelle Gesundheitsleistungen), also die in den Arztpraxen angebotenen Selbstzahler-Leistungen sind dagegen mit Vorsicht zu genießen. Sie bringen dem Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) zufolge häufig mehr Schaden als Nutzen. Ob durchblutungsfördernde Infusionstherapie beim Hörsturz oder für den Ultraschall der Halsschlagader als Schlaganfallvorsorge – der IGeL-Monitor der MDS hat 45 Zusatzleistungen wissenschaftlich bewertet. Das Ergebnis: Mehr als 40 Untersuchungen bringen den Patienten wenig oder gar nichts. Vier von ihnen bewertet der MDS sogar als negativ. Soll heißen: Der zu erwartende Schaden ist deutlicher größer als der Nutzen.

Mehr Infos zum IGeL-Monitor

Wenig verordnet – viel verdient

Ihr Marktanteil ist verschwindend gering, nur etwa ein Prozent. Trotzdem machten im Jahr 2016 die zehn umsatzstärksten Medikamente rund zwölf Prozent des gesamten Nettoumsatzes für Fertigarzneimittel in der gesetzlichen Krankenversicherung aus, insgesamt 4,1 Milliarden Euro. Mit einem Durchschnittswert von 9,35 Euro je Tagesdosis sind diese Arzneimittel mehr als elfmal teurer als der Durchschnitt aller Arzneimittel.

Mehr infos zum Thema Preisentwicklung im deutschen Arzneimittelmarkt

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Bedeuten mehr Ärzte bessere Gesundheit?

Die hohe Arztdichte hat nicht unbedingt mit besserer Gesundheit zu tun. Mit 83,7 Jahren hat Japan die höchste Lebenserwartung in der OECD, liegt aber bei der Arztdichte auf dem vorletzten Platz (2,4 Ärzte pro 1.000 Einwohner). Ungarn dagegen zählt 3,3 Ärzte pro 1.000 Einwohner, trotzdem rangiert dort die Lebenserwartung mit 75,9 Jahre im untersten Bereich.